Historie
Mit ihrer 140-jährigen Geschichte ist die Deutsche Hypo heute eine der ältesten Pfandbriefbanken in der Bundesrepublik. Am 13. Februar 1872 wurde sie von Berliner Kaufleuten und Bankiers als Deutsche Hypothekenbank (Actien-Gesellschaft) gegründet und erhielt vom preußischen König das Privileg, auf Inhaber lautende Hypothekenbriefe auszugeben. Noch im Juni 1872 wurde die neu gegründete Bank mit 15 Mitarbeitern als Aktiengesellschaft in das Handelsregister beim ‚Königlichen Stadtgericht Berlin’ eingetragen. Das Startkapital betrug zu diesem Zeitpunkt drei Millionen Thaler.
Die ersten Geschäftstätigkeiten der Deutschen Hypo bestanden darin, Vorschusszahlungen gegen die Grundstücksverpfändung zum Bau von Berliner Wohnhäusern zu leisten sowie Darlehen gegen die Indeckunggabe von Wertpapieren, wie z.B. Hypothekenbriefe, auszugeben. 1873 begab die Deutsche Hypo ihren ersten Hypothekenbrief in Höhe von 500.000 Reichsthalern für 4,5%. Als 1900 das Hypothekenbankgesetz in Kraft trat, entstand eine neue Grundlage mit festen Richtlinien, auf der die Bank ihre Geschäftstätigkeit gewissenhaft erweitern konnte. Es wurden zusätzliche Mitarbeiter eingestellt und ein neues Bankgebäude, welches bis zum Ende des zweiten Weltkrieges Sitz der Bank blieb, entstand nach dem Kauf des Grundstückes in der Dorotheenstraße 44 in Berlin.
Während des Ersten Weltkrieges stagnierte der Pfandbrief- und Hypothekenmarkt und auch nach dem Krieg war kein Aufschwung in Sicht. Die Nachkriegsjahre 1919-1923 standen im Zeichen des Währungsverfalles, ein Großteil des Hypothekenbestandes ging verloren. Obwohl die Hoffnung bestand, am Wiederaufbau Deutschlands mitwirken zu können, verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation immens. Erst nach Ende der Inflation begann die Bank den Aufbau des Neugeschäftes mit der Ausgabe von Goldpfandbriefen und Kommunalobligationen. Dies wurde durch die einsetzende weltweite Wirtschaftskrise (1929) erneut gebremst. Das Aktionsvermögen der Bank war fast vollständig außer Kraft gesetzt.
Nach dem im Jahre 1945 ausgesprochenen Befehl des russischen Stadtkommandanten von Berlin, die Inhaber jeglicher Bankhäuser seien dazu verpflichtet, sämtliche Finanzgeschäfte einzustellen, ruhte die Geschäftstätigkeit vorerst. Das Gebäude in der Dorotheenstraße wurde im Kampf um Berlin schwer beschädigt. Die 16 in Berlin verbliebenen Mitarbeiter bemühten sich, noch erhaltene, wichtige Unterlagen aus den Trümmern sicherzustellen, um mit diesen im Ausweichquartier in Westberlin die Rekonstruktion des Bankvermögens zu beginnen.
Die Währungsreform, die im Juni 1948 in Kraft trat, bot der deutschen Volkswirtschaft die Gelegenheit, sich zu erholen, und bereitete somit auch der Deutschen Hypo die Möglichkeit, ein neues Aktivgeschäft zu beginnen. Sie vergab Kredite zum Wiederaufbau kriegszerstörter Wohnhäuser. Zudem führte sie in den folgenden Jahren einen weiteren Grundstückskauf durch, der für die Bank einen Neubeginn darstellen sollte. 1953 errichtete die Deutsche Hypo ein neues Gebäude in Hannover, Georgsplatz 17. Der Wohnungsbau in Norddeutschland sollte zukünftig das Kernanliegen der Bank beschreiben, denn der wirtschaftliche Aufschwung in der Bundesrepublik brachte großen Wohnungsbedarf mit sich und bot der Bank somit vielseitige Geschäftsmöglichkeiten. Die starke Expansion der Bank, die mehr Personal und mehr Raumbedarf mit sich brachte, machte es notwendig, ein größeres Gebäude in Hannover am Georgsplatz 8 zu erbauen. Bis zum heutigen Tag ist dieses Gebäude der Hauptsitz der Deutschen Hypo.
In den 80ern kündigte die damals als „kleine“ Bank angesehene Deutsche Hypo an, zukünftig auf das Mengengeschäft zu verzichten und fortan nur noch mit gewerblichen Kunden bzw. Großkunden zusammenzuarbeiten. Die Untergrenze für die Vergabe von Krediten wurde auf 400.000 DM festgesetzt. Genau wie der Umzug nach Hannover erwies sich auch diese Entscheidung als durchweg richtig. Der Bank gelang es, ein bundesweites Filialnetz aufzubauen, um somit die verschiedenartigen Kundenwünsche bedienen zu können und innerhalb kurzer Zeit als gesuchter Anbieter im Segment der Baufinanzierung gewerblicher Objekte in Deutschland Erfolge zu erzielen. Ende der 80er Jahre, bedingt durch die Änderung des Hypothekenbankgesetzes, erweiterte die Deutsche Hypo ihr Geschäft auf das europäische Ausland. Die daraus resultierende Erlaubnis, auch internationale Grundstücke zu beleihen, ist für die Bank mittlerweile zu einem sehr wichtigen Standbein geworden und trägt erheblich zum Gewinn der Bank bei.
Die Geschichte der Deutschen Hypo war von ständigem Wechsel der Hauptaktionäre geprägt. Ende der 60er Jahre war die Berliner Handelsgesellschaft der Mehrheitseigentümer der Aktien, ab 1970 die BHF Bank, 1999 übernahm dann die ING Gruppe die BHF Bank und somit auch die Deutsche Hypo. 2006, nachdem die ING Gruppe die BHF Bank verkauft hatte, entschloss sie sich, ihre Mehrheitsanteile an der Deutschen Hypo abzugeben. Seitdem lagen die Anteile bei einem Syndikat aus vier großen Anteilseignern.
Seit Januar 2008 ist die Deutsche Hypo im Zuge eines freiwilligen, öffentlichen Übernahmeangebotes gem. § 271 Abs. 2 HGB ein Tochterunternehmen der NORD/LB. Durch die Bündelung der Kompetenzen in einer schlagkräftigen, spezialisierten Wachstumsplattform unter dem Dach der Deutschen Hypo wird für Kunden und Investoren eine deutliche Steigerung der nationalen und internationalen Marktposition erreicht.
Heute ist die Deutsche Hypo eine gut aufgestellte Pfandbriefbank mit einem wachsenden gewerblichen Immobiliengeschäft. Sowohl die Hypotheken – als auch die Öffentlichen Pfandbriefe werden von der Rating Agentur Moody’s mit der Bestnote „Aaa“ für höchste Qualität beurteilt. Die Bank beschäftigt circa 400 Mitarbeiter an ihren sechs inländischen Standorten in Hannover, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München und Nürnberg sowie international in ihrer Niederlassung in London und an ihren weiteren Standorten in Amsterdam, Madrid und Paris.
