Die Preisträger 2007/2008
Professorin Dr. Simone Fulda
Professorin Dr. Simone Fulda forscht an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Ulm. Sie hat entscheidende Beiträge zur Apoptose-Forschung bei Krebszellen geliefert. Apoptose wird der Vorgang genannt, bei dem Zellen einen programmierten Tod sterben. Professorin Fulda beschäftigt sich insbesondere damit herauszufinden, warum dieses zelleigene Selbstmordprogramm in Krebszellen gestört ist und durch welche molekularen Behandlungsstrategien es wieder ausgelöst werden kann. Ein besseres Verständnis dieses Zelltodprogramms könnte neue Wege in der Krebstherapie eröffnen.
Auf der Suche nach neuen Mitteln gegen Krebs hat sie den Naturstoff Betulinsäure als mögliches Krebsmedikament gegen bösartige Hirntumore entdeckt. Dieser Naturstoff stammt aus der Rinde von Birken. Als Koordinatorin eines deutsch-französischen Verbundprojektes arbeitet sie daran, eine solche Arznei in den nächsten Jahren zu entwickeln.
Simone Fulda wurde 1968 in Köln geboren. Nach dem Studium der Humanmedizin in Köln, gefördert durch die Studienstiftung des Deutschen Volkes, und nach mehreren Auslandsaufenthalten kam sie über die Universitätskinderklinik Heidelberg nach Ulm. Bereits in ihrer Habilitation für das Fach Kinderheilkunde im November 2001 beschäftigte sie sich mit „Apoptosemechanismen bei zytotoxischer Therapie“. Von 2002 bis 2007 war sie Heisenberg-Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft, im Jahr 2007 wurde sie auf eine Professur für Pädiatrische Forschung an der Universität Ulm berufen. Dort leitet sie unter anderem eine DFG-geförderte Klinische Forschergruppe und ein europäisches Forschungsnetzwerk zum Thema Apoptose.
Professor Dr. Paul Kleihues
Professor Dr. Paul Kleihues wird für sein Lebenswerk geehrt. Er gehört zur Gruppe der internationalen Spitzenforscher auf dem Gebiet der Neuropathologie. Professor Kleihues hat der internationalen Krebsepidemiologie entscheidende Impulse gegeben und die Grundlagenforschung um die Entstehung und Entwicklung von Krebs mit geprägt. Wie kaum ein anderer hat er es verstanden, Erkenntnisse aus den Laboren in die onkologische Praxis zu überführen.
Professor Dr. Paul Kleihues wurde 1936 in Rheine (Westfalen) geboren. Nach dem Studium der Medizin an den Universitäten Münster, Hamburg, München und im italienischen Pavia folgten zwölf Jahre am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Köln. Seine erste Professur erhielt Kleihues 1976 am Institut für Neuropathologie der Universität Freiburg. 1983 nahm er einen Ruf an die Universität Zürich an und wurde Direktor des Instituts für Neuropathologie am Züricher Universitätsspital. 1994 übernahm Professor Kleihues bis zu seiner Emeritierung die Leitung des internationalen Krebsforschungszentrums in Lyon. 1994 übernahm Professor Kleihues bis zu seiner Emeritierung die Leitung des internationalen Krebsforschungszentrums der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Lyon.
Als emeritierter Professor der Universität Zürich wurde er 2005 Gründungsdirektor des Comprehensive Cancer Center Freiburg. Dort ist es ihm gelungen, in kurzer Zeit ein Zentrum zu begründen, das mittlerweile auch im Wettbewerb der Deutschen Krebshilfe für onkologische Spitzenzentren mit Bravour bestanden hat. Von 2005 bis 2006 war Paul Kleihues Fellow am Wissenschaftskolleg in Berlin und anschließend als Visiting Scientist am National Cancer Institute in Bethesda (USA).
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