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Johann Georg Ritter von Zimmermann - ein biographisches Stichwort Johann Georg Zimmermann wurde am 2. Januar 1728 in Brugg an der Aare/Schweiz geboren. Der Vater, ein Ratsherr der Stadt, ließ ihn bereits mit 14 Jahren in Bern Geschichte und Philosophie studieren, nach fünf Jahren wechselte der Sohn jedoch das Fach und immatrikulierte sich in Göttingen bei Albrecht von Haller, Professor für Anatomie und ein bekannter zeitgenössischer Schriftsteller, als Student der Medizin. 1751 schloss er seine Ausbildung mit einer Dissertation zur Erregbarkeit des Nervensystems ab und erhielt vorübergehend eine Hauslehrerstelle in Göttingen. Danach kehrte er in die Schweiz zurück und war zwei Jahre lang in Bern als Arzt tätig, eher er 1754 zum Stadtphysikus seines Geburtsorts Brugg berufen wurde. In seiner ärztlichen Praxis bemühte sich Zimmermann ständig um die Verbesserung der medizinischen Behandlungsmethoden und ging dabei von der im 18. Jahrhundert weit verbreiteten Auffassung der Einheit von Körper, Geist und Seele aus. Unter anderem stand er mit Johann Kaspar Lavater in Verbindung, dessen Hauptwerk "Physiognomische Fragmente zur Beförderung der Menschenkenntnis und Menschenliebe" eine Theorie über die Ausprägung der Seele in den Gesichtsmerkmalen und im Bau des Schädels beschrieb. Wie sein Vorbild und Förderer von Haller war Zimmermann auch als Schriftsteller tätig und veröffentlichte 1758 das Buch "Vom Nationalstolze". Darin wurde die Bedeutung des Nationalbewusstseins als politische Tugend hervorgehoben, noch bevor diese Idee in der Französischen Revolution zum Durchbruch kam und eine der Grundlagen für das Konzept des Nationalstaates wurde. Das Buch erreichte mehrere Auflagen und brachte Zimmermann in direkten Kontakt mit den intellektuellen und politischen Eliten Europas. 1768 wurde Zimmermann Leibarzt des englischen Königs Georg III. an dessen kurfürstlicher Residenz in Hannover, beriet aber auch Friedrich den Großen und führte mit zahlreichen anderen europäischen Fürsten direkte oder briefliche Konsultationen. 1776 wurde er zum Hofrat ernannt. Eine von Goethe in "Dichtung und Wahrheit" als "leidenschaftliche Verbesserungswut" bezeichnete Grundeinstellung trug Zimmermann zahlreiche literarische und politische Auseinandersetzungen ein. Die bekannteste führte zu einem Beleidigungsprozess gegen den aufklärerischen Adolf von Knigge, der ebenfalls der kurfürstlichen Verwaltung angehörte. Später erregten seine Bücher über Friedrich den Großen, den Zimmermann bis zu dessen Tod im Jahr 1786 betreut hatte, erneut großes Aufsehen. Johann Georg Zimmermann starb im Alter von 67 Jahren am 7. Oktober 1795 in Hannover. |




