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Frühere Preisträger stellen sich vor: Die Preisträger 2008/2009: Professor Dr. B. Michael Ghadimi Professor Dr. B. Michael Ghadimi (40), leitender Oberarzt und Stellvertreter des Direktors der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Universitätsmedizin Göttingen der Georg-August-Universität Göttingen, treibt mit seiner Klinischen Forschergruppe die individualisierte Therapie für Patienten mit Mast- oder Enddarmkrebs voran, der zweithäufigsten Krebserkrankung in Deutschland. Ziel der Forschungen ist es, bei Patienten mit einem Rektumkarzinom im Voraus stimmen zu können, welche Krebstherapie am besten wirkt, welche überhaupt nicht – und welche Nebenwirkungen zu erwarten sind. Grundlagen für Vorhersage sind die genetische Veranlagung des Patienten und die biologischen Eigenschaften seines Tumors. Letztendlich soll die individualisierte Therapie den Betroffenen unwirksame und belastende Behandlungsstrategien ersparen. Gleichzeitig werden aber auch die Patienten identifiziert, die eine intensivere Behandlung oder sogar andere Therapien benötigen. Damit kann nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen verbessert und deren Leben verlängert werden, sondern auch das Gesundheitssystem kann langfristig entlastet werden: Teure, aber für den einzelnen Patienten voraussichtlich unwirksame Behandlungen werden vermieden. Professor Dr. Nisar Peter Malek Professor Dr. Nisar Peter Malek (40), Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie und Arbeitsgruppenleiter im Institut für Molekularbiologie der Medizinischen Hochschule Hannover, hat mit dem Naturstoff Argyrin gezeigt, dass eine akademische Wirkstoffentwicklung in der Onkologie zielführend sein kann. Wenn das Protein p27, ein Cyclin-Kinase-Hemmer, in Zellen fehlt, kann das Krebserkrankungen auslösen, wie Professor Malek in Tierversuchen herausgefunden hatte. Der MHH-Forscher machte sich daher gezielt auf die Suche nach einer Substanz, die den Abbau dieses Proteins verhindert. Gemeinsam mit einem Forscher des Helmholtz Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig testete Professor Malek in einem automatisierten Verfahren Hunderte von Naturstoffen, die Mikroorgansimen (Myxobakterien) produziert hatten. Die im Boden lebenden Myxobakterien haben sich bereits als Fundgrube für potenzielle Wirkstoffe erwiesen. Professor Malek identifizierte das Argyrin als optimalen Wirkstoff. Nach weiteren chemischen Analysen war klar, dass Argyrin die molekulare Maschinerie der Zelle blockiert, mit der sie eigentlich Proteine abbaut, die nicht mehr benötigt werden – und damit auch den Abbau des Kinase-Hemmers, dessen Fehlen Krebserkrankungen auslöst. Werden krebskranke Tiere mit Argyrin behandelt, stellt der Tumor sein Wachstum ein, schrumpft um bis zu 50 Prozent. Sein Inneres beginnt sich aufzulösen, wie die Tierversuche ergaben. Derzeit optimieren die Wissenschaftler um Professor Malek gemeinsam mit Forschern der Leibniz Universität Hannover die chemische Struktur der Moleküle, um demnächst erste klinische Prüfungen vornehmen zu können. Professor Dr. Rüdiger Hehlmann Professor Dr. Rüdiger Hehlmann (65) wird für seine Verdienste um die Leukämieforschung in Europa mit der Johann-Georg-Zimmermann-Medaille 2008/2009 ausgezeichnet. Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr 12.000 Menschen an Leukämie. Die Erkrankung ist mit einer hohen Mortalität und Morbidität verbunden und stellt daher eine hohe gesellschaftliche Herausforderung und einen erheblichen Kostenfaktor dar. Trotz eines hohen Standards der Versorgung und Behandlung können mit allen zur Verfügung stehenden Therapiemaßnahmen bislang nur 30 bis 40 Prozent der Leukämien beim Erwachsenen geheilt werden. Professor Hehlmann, der auch der Koordinator des Kompetenznetzes „Akute und chronische Leukämien“ ist, hat daher den Zusammenschluss European LeukemiaNet (ELN) initiiert: In diesem „Network of Excellence“ kooperieren die Koordinatoren der führenden europäischen Leukämiestudiengruppen und ihre interdisziplinären Partner auf dem Gebiet der Leukämieforschung. Das ELN wird von der Europäischen Union gefördert und hat sich zum Ziel gesetzt, den Fortschritt der Leukämieforschung durch Kooperation und Vernetzung voranzubringen. In dem Netzwerk arbeiten 147 Zentren in 28 Ländern zusammen und betreuen gemeinsam etwa 50.000 Patienten mit Leukämie. Ziel ist, die Heilungschancen und Therapiebedingungen für Leukämiepatienten in ganz Europa weiter zu verbessern. Dies ist notwendig, denn trotz der großen Fortschritte in den vergangenen zwei Jahrzehnten können immer noch lediglich ein Drittel der erkrankten Erwachsenen geheilt werden. Professor Dr. Paul Kleihues Professor Dr. Paul Kleihues wird für sein Lebenswerk geehrt. Er gehört zur Gruppe der internationalen Spitzenforscher auf dem Gebiet der Neuropathologie. Professor Kleihues hat der internationalen Krebsepidemiologie entscheidende Impulse gegeben und die Grundlagenforschung um die Entstehung und Entwicklung von Krebs mit geprägt. Wie kaum ein anderer hat er es verstanden, Erkenntnisse aus den Laboren in die onkologische Praxis zu überführen. Professor Dr. Paul Kleihues wurde am 21. Mai 1936 in Rheine (Westfalen) geboren. Nach dem Studium der Medizin an den Universitäten Münster, Hamburg, München und im italienischen Pavia folgten zwölf Jahre am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Köln. Seine erste Professur erhielt Kleihues 1976 am Institut für Neuropathologie der Universität Freiburg. 1983 nahm er einen Ruf an die Universität Zürich an und wurde Direktor des Instituts für Neuropathologie am Züricher Universitätsspital. 1994 übernahm Professor Kleihues bis zu seiner Emeritierung die Leitung des internationalen Krebsforschungszentrums in Lyon. 1994 übernahm Professor Kleihues bis zu seiner Emeritierung die Leitung des internationalen Krebsforschungszentrums der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Lyon. Als emeritierter Professor der Universität Zürich wurde er 2005 Gründungsdirektor des Comprehensive Cancer Center Freiburg. Dort ist es ihm gelungen, in kurzer Zeit ein Zentrum zu begründen, das mittlerweile auch im Wettbewerb der Deutschen Krebshilfe für onkologische Spitzenzentren mit Bravour bestanden hat. Von 2005 bis 2006 war Paul Kleihues Fellow am Wissenschaftskolleg in Berlin und anschließend als Visiting Scientist am National Cancer Institute in Bethesda (USA). Professorin Dr. Simone Fulda Professorin Dr. Simone Fulda forscht an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Ulm. Sie hat entscheidende Beiträge zur Apoptose-Forschung bei Krebszellen geliefert. Apoptose wird der Vorgang genannt, bei dem Zellen einen programmierten Tod sterben. Professorin Fulda beschäftigt sich insbesondere damit herauszufinden, warum dieses zelleigene Selbstmordprogramm in Krebszellen gestört ist und durch welche molekularen Behandlungsstrategien es wieder ausgelöst werden kann. Ein besseres Verständnis dieses Zelltodprogramms könnte neue Wege in der Krebstherapie eröffnen. Auf der Suche nach neuen Mitteln gegen Krebs hat sie den Naturstoff Betulinsäure als mögliches Krebsmedikament gegen bösartige Hirntumore entdeckt. Dieser Naturstoff stammt aus der Rinde von Birken. Als Koordinatorin eines deutsch-französischen Verbundprojektes arbeitet sie daran, eine solche Arznei in den nächsten Jahren zu entwickeln. Simone Fulda wurde am 15. März 1968 in Köln geboren. Nach dem Studium der Humanmedizin in Köln, gefördert durch die Studienstiftung des Deutschen Volkes, und nach mehreren Auslandsaufenthalten kam sie über die Universitätskinderklinik Heidelberg nach Ulm. Bereits in ihrer Habilitation für das Fach Kinderheilkunde im November 2001 beschäftigte sie sich mit „Apoptosemechanismen bei zytotoxischer Therapie“. Von 2002 bis 2007 war sie Heisenberg-Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft, im Jahr 2007 wurde sie auf eine Professur für Pädiatrische Forschung an der Universität Ulm berufen. Dort leitet sie unter anderem eine DFG-geförderte Klinische Forschergruppe und ein europäisches Forschungsnetzwerk zum Thema Apoptose. Professor Dr. Paul Kleihues Professor Dr. Paul Kleihues wird für sein Lebenswerk geehrt. Er gehört zur Gruppe der internationalen Spitzenforscher auf dem Gebiet der Neuropathologie. Professor Kleihues hat der internationalen Krebsepidemiologie entscheidende Impulse gegeben und die Grundlagenforschung um die Entstehung und Entwicklung von Krebs mit geprägt. Wie kaum ein anderer hat er es verstanden, Erkenntnisse aus den Laboren in die onkologische Praxis zu überführen. Professor Dr. Paul Kleihues wurde am 21. Mai 1936 in Rheine (Westfalen) geboren. Nach dem Studium der Medizin an den Universitäten Münster, Hamburg, München und im italienischen Pavia folgten zwölf Jahre am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Köln. Seine erste Professur erhielt Kleihues 1976 am Institut für Neuropathologie der Universität Freiburg. 1983 nahm er einen Ruf an die Universität Zürich an und wurde Direktor des Instituts für Neuropathologie am Züricher Universitätsspital. 1994 übernahm Professor Kleihues bis zu seiner Emeritierung die Leitung des internationalen Krebsforschungszentrums in Lyon. 1994 übernahm Professor Kleihues bis zu seiner Emeritierung die Leitung des internationalen Krebsforschungszentrums der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Lyon. Als emeritierter Professor der Universität Zürich wurde er 2005 Gründungsdirektor des Comprehensive Cancer Center Freiburg. Dort ist es ihm gelungen, in kurzer Zeit ein Zentrum zu begründen, das mittlerweile auch im Wettbewerb der Deutschen Krebshilfe für onkologische Spitzenzentren mit Bravour bestanden hat. Von 2005 bis 2006 war Paul Kleihues Fellow am Wissenschaftskolleg in Berlin und anschließend als Visiting Scientist am National Cancer Institute in Bethesda (USA). Die Preisträger 2007/2008: Professorin Dr. Simone Fulda Professorin Dr. Simone Fulda forscht an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Ulm. Sie hat entscheidende Beiträge zur Apoptose-Forschung bei Krebszellen geliefert. Apoptose wird der Vorgang genannt, bei dem Zellen einen programmierten Tod sterben. Professorin Fulda beschäftigt sich insbesondere damit herauszufinden, warum dieses zelleigene Selbstmordprogramm in Krebszellen gestört ist und durch welche molekularen Behandlungsstrategien es wieder ausgelöst werden kann. Ein besseres Verständnis dieses Zelltodprogramms könnte neue Wege in der Krebstherapie eröffnen. Auf der Suche nach neuen Mitteln gegen Krebs hat sie den Naturstoff Betulinsäure als mögliches Krebsmedikament gegen bösartige Hirntumore entdeckt. Dieser Naturstoff stammt aus der Rinde von Birken. Als Koordinatorin eines deutsch-französischen Verbundprojektes arbeitet sie daran, eine solche Arznei in den nächsten Jahren zu entwickeln. Simone Fulda wurde am 15. März 1968 in Köln geboren. Nach dem Studium der Humanmedizin in Köln, gefördert durch die Studienstiftung des Deutschen Volkes, und nach mehreren Auslandsaufenthalten kam sie über die Universitätskinderklinik Heidelberg nach Ulm. Bereits in ihrer Habilitation für das Fach Kinderheilkunde im November 2001 beschäftigte sie sich mit „Apoptosemechanismen bei zytotoxischer Therapie“. Von 2002 bis 2007 war sie Heisenberg-Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft, im Jahr 2007 wurde sie auf eine Professur für Pädiatrische Forschung an der Universität Ulm berufen. Dort leitet sie unter anderem eine DFG-geförderte Klinische Forschergruppe und ein europäisches Forschungsnetzwerk zum Thema Apoptose. Professor Dr. Paul Kleihues Professor Dr. Paul Kleihues wird für sein Lebenswerk geehrt. Er gehört zur Gruppe der internationalen Spitzenforscher auf dem Gebiet der Neuropathologie. Professor Kleihues hat der internationalen Krebsepidemiologie entscheidende Impulse gegeben und die Grundlagenforschung um die Entstehung und Entwicklung von Krebs mit geprägt. Wie kaum ein anderer hat er es verstanden, Erkenntnisse aus den Laboren in die onkologische Praxis zu überführen. Professor Dr. Paul Kleihues wurde am 21. Mai 1936 in Rheine (Westfalen) geboren. Nach dem Studium der Medizin an den Universitäten Münster, Hamburg, München und im italienischen Pavia folgten zwölf Jahre am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Köln. Seine erste Professur erhielt Kleihues 1976 am Institut für Neuropathologie der Universität Freiburg. 1983 nahm er einen Ruf an die Universität Zürich an und wurde Direktor des Instituts für Neuropathologie am Züricher Universitätsspital. 1994 übernahm Professor Kleihues bis zu seiner Emeritierung die Leitung des internationalen Krebsforschungszentrums in Lyon. 1994 übernahm Professor Kleihues bis zu seiner Emeritierung die Leitung des internationalen Krebsforschungszentrums der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Lyon. Als emeritierter Professor der Universität Zürich wurde er 2005 Gründungsdirektor des Comprehensive Cancer Center Freiburg. Dort ist es ihm gelungen, in kurzer Zeit ein Zentrum zu begründen, das mittlerweile auch im Wettbewerb der Deutschen Krebshilfe für onkologische Spitzenzentren mit Bravour bestanden hat. Von 2005 bis 2006 war Paul Kleihues Fellow am Wissenschaftskolleg in Berlin und anschließend als Visiting Scientist am National Cancer Institute in Bethesda (USA). Die Preisträger 2006/2007: Dr. rer. nat. Michael Boutros Michael Boutros wurde 1970 in Bochum geboren. Nach dem Studium der Biologie an der Technischen Hochschule Aachen und dem Diplom in Biochemie an der Universität Witten-Herdecke, wurde er 1999 an der Universität Heidelberg promoviert. Gefördert mit Stipendien der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Studienstiftung arbeitete und forschte Dr.Boutros von 1999 bis 2003 an der Harvard Medical School, Boston. Seit 2003 ist er Leiter der Boveri-Nachwuchsgruppe Signalwege und Funktionelle Genomik im Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Seine international beachteten Forschungsarbeiten werden durch das Emmy-Noether Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft und das Marie-Curie Excellence Programm der Europäischen Kommission unterstützt. Dr. Boutros und sein Team entwickeln und verwenden Methoden, um die Funktionen von einzelnen Erbanlagen in verschiedenen zellulären Abläufen aufzuklären. Ausgezeichnet wird Dr. Boutros besonders für seine grundlegenden Arbeiten zur Anwendung der sogenannten siRNA-Technologie. Die 2001 entwickelte Methode basiert auf der Erkenntnis, dass kurze, doppelsträngige RNA-Abschnitte, die siRNAs (small interference RNA), gezielt Boten-RNA-Moleküle stilllegen können. Diese Moleküle dienen der Zelle als Bauplan für die Herstellung von Proteinen. Werden sie inaktiviert, kommt auch die „Proteinproduktion“ zum Stillstand. Mit künstlich hergestellten siRNA Molekülen schalten die Forscher gezielt Gene aus und schließen aus den anschließenden Veränderungen der Zellen auf die Funktion der fehlenden Proteine. „Die Methode eröffnet uns neue Wege in der Krebstherapie“, erläutert der Preisträger Dr. Boutros. „Meine Gruppe erforscht mit diesem Verfahren die Komponenten und Abläufe in Signalkaskaden. Wir hoffen, dass es dadurch eines Tages möglich sein wird, Therapeutika zu entwickeln, die gezielt in die gestörte Kommunikation von Krebszellen eingreifen.“ Die Laudatio für Dr. Michael Boutros wird Professor Dr. Christopher Baum, MHH-Abteilung Experimentelle Hämatologie, halten. Den mit 10.000 EURO dotierten Johann-Georg-Zimmermann-Forschungspreis erhält Dr. Michael Boutros, Deutsches Krebsforschungszentrum in Heidelberg, für seine grundlegenden Forschungsarbeiten welche neue Wege für eine Krebstherapie der Zukunft ermöglichen. Professor Dr. Harald zur Hausen Harald zur Hausen wurde 1936 in Gelsenkirchen geboren. Er studierte Medizin an den Universitäten in Bonn, Hamburg und Düsseldorf. Nach seiner Promotion 1960 arbeitete er zwei Jahre als Medizinalassistent, von 1962 bis 1969 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter zunächst am Institut für Hygiene und Mikrobiologie in Düsseldorf, dann am Children`s Hospital in Philadelphia. 1969 habilitierte Professor zur Hausen im Fach Virologie, drei Jahre später übernahm er die Leitung des Institutes für Klinische Virologie der Universität Erlangen-Nürnberg. In gleicher Funktion wurde er 1977 auf den Lehrstuhl für Virologie und Hygiene an der Universität Freiburg berufen. 20 Jahre lang agierte Professor zur Hausen zudem als Vorsitzender und wissenschaftliches Mitglied des Stiftungsvorstandes des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg und machte das Zentrum zu einem der weltweit führenden Krebsforschungsinstitute. Seit Mai 2003 ist er emeritiert. Bereits in den siebziger Jahren konzentrierte zur Hausen seine Forschung auf die humanen Papillomviren (HPV) und konnte schließlich zwei Virustypen isolieren, die heute als die beiden wichtigsten Hochrisikotypen bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs gelten. Damit hat er den Weg zur Entwicklung einer vorbeugenden Schutz-Impfung gegen die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen ganz entscheidend geebnet. Professor zur Hausen war und ist Mitglied, Sprecher, Vorsitzender und Präsident zahlreicher nationaler und internationaler Forschungseinrichtungen, Fachgesellschaften und wissenschaftlicher Leitungsgremien, unter anderem war er Präsident der Organisation der Europäischen Krebszentren (OECI). Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt Harald zur Hausen im April 2004 das Große Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Die Laudatio für Professor zur Hausen hält Professor Dr. Peter Hillemanns, Direktor der MHH-Abteilung Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Die mit 5.000 EURO dotierte Johann-Georg-Zimmermann-Medaille erhält Professor Dr. med. Dr. h. c. mult. Harald zur Hausen, bis 2003 Vorstandsvorsitzender und wissenschaftliches Mitglied des Stiftungsvorstandes des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg, für seine Pionierarbeit zur Entwicklung eines Impfstoffes zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs. Die Preisträger 2005/2006: Privatdozent Dr. med. Carsten Müller-Tidow Carsten Müller-Tidow wurde 1968 in Remscheid geboren. Nach dem Studium der Humanmedizin an der Technischen Hochschule Aachen und der Universität Bonn, promovierte er im Jahr 1995 und war von 1994 bis 1996 an der Universität Münster zunächst als Arzt im Praktikum, dann als wissenschaftlicher Assistent tätig. Gefördert durch ein Ausbildungsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft arbeitete und forschte Dr. Müller-Tidow von 1996 bis 1999 an der University of Southern California in Los Angeles und der University of California Los Angeles, bis er im Sommer 1999 an das Universitätsklinikum Münster zurückkehrte. Ende 2003 bekam er dort die Venia Legendi für das Fachgebiet Innere Medizin verliehen und ist seit August 2004 als Oberarzt an der Medizinischen Klinik A, Hämatologie und Onkologie, im Universitätsklinikum Münster tätig. Seit Juni 2004 ist Dr. Müller-Tidow Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Seine international beachteten Forschungsarbeiten werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Deutschen Krebshilfe, der José-Carreras-Leukämie-Stiftung und der Wilhelm-Sander-Stiftung gefördert. Gemeinsam mit Professor Dr. Hubert Serve leitet er ein Projekt im Leukämienetz des Nationalen Genomforschungsnetzwerks (NGFN-2). Den Johann-Georg-Zimmermann-Preis 2005/2006 erhält Dr. Müller-Tidow für seine umfangreichen Arbeiten zur Erforschung genetischer Ursachen bei Krebserkrankungen wie dem Lungenkrebs und der akuten myeloischen Leukämie (AML) und die Entwicklung entsprechender molekularer Behandlungsstrategien. AML ist eine Form des Blutkrebses, die mit einer Überproduktion von unreifen weißen Blutzellen (Blutkörperchen) im Knochenmark einhergeht. Fast jedes fünfte Kind, das an akuter Leukämie erkrankt, und 80 Prozent der erwachsenen Patienten leiden an dieser speziellen Form des Blutkrebses. Trotz großer Fortschritte auf dem Gebiet der Leukämieforschung ist die akute myeloische Leukämie nach wie vor eine lebensbedrohliche Erkrankung. Die molekularen Mechanismen, die bei ihrer Entstehung eine Rolle spielen, sind bislang noch weitgehend ungeklärt. Bekannt ist allerdings, dass eine Vielzahl von genetischen Veränderungen in blutbildenden Vorläuferzellen an der Entstehung der AML beteiligt sind. Diese Gen-Mutationen führen dazu, dass unreife, sich abnorm vermehrende bösartige Knochenmarksvorläuferzellen das Knochenmark durchsetzen und die normale Blutbildung verdrängen. „Mit modernen molekularbiologischen Ansätzen identifizieren wir die Gene, die für die Entstehung der Leukämie verantwortlich sind“, erläutert Preisträger Dr. Müller-Tidow, der vor sechs Jahren gemeinsam mit Professor Dr. Hubert Serve begonnen hat, die internationale Arbeitsgruppe für molekularbiologische Hämatologie/Onkologie an der Medizinischen Klinik A des Universitätsklinikum Münster aufzubauen. Die Arbeitsgruppe untersucht die Funktionen dieser Gene und Therapieansätze, um diese Gene gezielt in Leukämiezellen abzuschalten. Die Münsteraner Wissenschaftler gehen davon aus, dass die neuen Behandlungsstrategien weniger schädliche Nebenwirkungen mit sich bringen werden als bisher verfügbare Therapieformen und somit die Heilungschancen langfristig erhöhen. „Herr Dr. Müller-Tidow befasst sich seit zehn Jahren mit den genetischen Veränderungen in Leukämiezellen und hat insbesondere bei der akuten myeloischen Leukämie neue grundlegende Störungen der intrazellulären Signalwege aufgedeckt“, betonte Professor Dr. Arnold Ganser, Direktor der MHH-Abteilung. Haematologie, Haemostaseologie und Onkologie, in seiner Laudatio. „Diese Befunde sind Grundlage für neue zielgenaue medikamentöse Behandlungen, wodurch die Leukämietherapie hoffentlich noch erfolgreicher und nebenwirkungsärmer wird.“ Professor Dr. Rolf Sauer Rolf Sauer wurde 1939 in Hamburg geboren und studierte 1958 bis 1963 in Hamburg und Wien. Nach der Promotion in Hamburg, einer einjährigen Stabsarzttätigkeit bei der deutschen Bundeswehr und einer wissenschaftlichen Assistententätigkeit am Physiologischen Institut der Universität Basel erfolgte die Weiterbildung in Radiologie an der Universität Basel, wo er sich 1976 über Dosisleistungseffekte an der pluripotenten hämatopoetischen Stammzelle der Maus habilitierte. Für diese Arbeiten erhielt er 1977 den Jubiläumspreis der Schweizerischen Gesellschaft für Radiologie und Nuklearmedizin. 1977 wurde er auf den ersten Lehrstuhl für Strahlentherapie an der Universität Erlangen berufen; es war der erste strahlentherapeutische Lehrstuhl in Bayern und der vierte in Deutschland überhaupt. Seitdem hat er in vorderster Reihe die Entwicklung der deutschen Radioonkologie maßgeblich geprägt und in der Medizinischen Fakultät zahlreiche neue Akzente gesetzt. Zu seinen Verdiensten zählt unter anderem die Gründung des Erlanger Tumorzentrums, dessen Vorsitzender er bis 1992 war. 1979 bis 1989 gestaltete er als Mitglied des Protocol Review Committees „Vergleichende Therapiestudien im Bereich bösartiger Neubildungen“ des Bundesministeriums für Forschung und Technologie, von 1989 bis 1993 als Mitglied des Protocol Review Committees der Deutschen Krebsgesellschaft, dessen Vorsitzender er 1993 bis 1998 wurde, die Entwicklung der klinischen Krebsforschung in Deutschland ganz wesentlich mit. 1981 initiierte er für die Bundesrepublik Deutschland ein flächendeckendes Weiterbildungsprogramm in Radioonkologie für Ärzte in Weiterbildung, das er bis heute in zweimal jährlich stattfindenden Weiterbildungsveranstaltungen weiterführt, ergänzt durch die renommierten interdisziplinären Rothenburger Onkologie-Symposien. 1987 gründete er die Arbeitsgruppe für klinische Krebsforschung der Arbeitsgemeinschaft Radiologische Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft (ARO) und 1989 die Arbeitsgemeinschaft Radioonkologie in der Bayerischen Röntgengesellschaft. 1993 wurde er verantwortlicher Schriftleiter der Zeitschrift „Strahlentherapie und Onkologie“, der er zu internationalem Renommee verhalf. Er selbst profilierte sich wissenschaftlich mit bahnbrechenden klinischen Studien zur brusterhaltenden Therapie des kleinen Mammakarzinoms der Frau, zur funktionserhaltenden Radiochemotherapie des Karzinoms des Darmausgangs (Analkarzinom), zur organ- und funktionserhaltenden Behandlung des Harnblasenkarzinoms und kürzlich zur multimodalen Therapie des Rektumkarzinoms (Karzinom des Enddarms), wo er durch die Etablierung der präoperativen Radiochemotherapie einen neuen internationalen Therapiestandard setzte. Prof. Sauer ist bzw. war Mitglied, Sprecher, Vorsitzender und Präsident vieler nationaler und internationaler Forschungseinrichtungen, Fachgesellschaften und wissenschaftlichen Leitungsgremien, unter anderem Vorstandsmitglied der Deutschen Röntgengesellschaft (1979 bis 1985) und Vorsitzender der Deutschen Radioonkologen (1979 bis 1985). Seit 1996 ist er Ärztlicher Direktor des Erlanger Universitätsklinikums und auch seit 1999 dessen Vorstandsvorsitzender. Im Jahre 2002 erhielt Professor Sauer das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland durch den Bundespräsidenten Johannes Rau, im Jahre 2004 den Deutschen Krebspreis anlässlich des 26. Deutschen Krebskongresses in Berlin. Professor Dr. Dr. Clemens F. Hess, Direktor der Abteilung Strahlentherapie und Radioonkologie der Georg-August-Universität Göttingen, würdigte in der Laudatio für Professor Dr. Rolf Sauer, die Forschungen des Preisträgers der Johann-Georg-Zimmermann-Medaille auf dem Gebiet der brusterhaltenden Therapie des Mammakarzinoms sowie der organerhaltende strahlentherapeutischen Behandlung des fortgeschrittenen Blasenkarzinoms. „Zudem erwies sich eine klinische Studie, die Professor Sauer federführend mit Kollegen aus Hannover und Göttingen durchführte, als wegweisend für die Behandlung von Enddarmtumoren“, ergänzte Professor Hess. „Er hat gezeigt, dass eine Radiochemotherapie vor einer Operation nicht nur zu einer besseren Verträglichkeit führt, sondern auch zu einem deutlich geringeren Rückfallrisiko. Die Preisträger 2004/2005: Professor Dr. med. Jürgen C. Becker (PhD) Jürgen Becker wurde 1964 in Wilhelmshaven geboren und studierte von 1983 bis 1990 Medizin an der MHH. Anschließend begann er seine Weiterbildung zum Arzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten an der Universitäts-Hautklinik Würzburg. Von 1993 bis 1996 führte ihn ein Forschungsaufenthalt in die Immunologie des Scripps Research Institute, La Jolla, Kalifornien. Die Anerkennung zum Hautarzt erfolgte 1997. Seit 1998 ist er Oberarzt an der Universitäts-Hautklinik Würzburg mit den Schwerpunkten Onkologie, Allergologie, Phototherapie, Proktologie und Sonographie. 1998 habilitierte er sich im Fach Dermatologie und Venerologie mit dem Thema "Immunzytokine zur Behandlung von etablierten Melanommetastasen". Zwei Jahre später folgte der internationale Doktorgrad eines PhD am dänischen Krebsforschungsinstitut in Kopenhagen mit einer Arbeit zur "Charakterisierung der zellulären Immunantwort gegen das maligne Melanom unter besonderer Berücksichtigung der Modulation durch Immuntherapien". Seit 2003 hat er die C3-Professur für dermatologische Onkologie inne und ist leitender Oberarzt der Hautklinik der Universität Würzburg. Professor Becker erhielt unter anderen den Deutschen Hautkrebspreis (2001) und den Deutschen Krebspreis (2004). Schon in seiner Dissertation beschäftigte sich Professor Becker mit der zellulären Immunantwort. Lag sein thematischer Schwerpunkt zunächst auf dem natürlichen Immunsystem, erkundete er im Anschluss, wie sich Zellen und Botenstoffe des Immunsystems so verändern lassen, um sie gezielt gegen Zellen des schwarzen Hautkrebses (malignes Melanom) einzusetzen. Während seines Aufenthaltes am Scripps Research Institute untersuchte er deshalb an einem Melanommodell der Maus, wie die lokalisierte Gabe von Zellbotenstoffen (Zytokinen) die Immunantwort verändern kann. Durch diese und andere Arbeiten konnten wichtige Werkzeuge für eine bessere Diagnostik und Therapie entwickelt werden. Das langfristige Ziel seiner Arbeit: Durch Medikamente das Immunsystem so zu steuern, dass es gezielt Tumoren bekämpft. Zu diesem Zweck leitet Professor Becker zurzeit eine klinische Forschergruppe, die die Rolle des Tumormikromilieus bei zellulären Immunantworten analysiert. In seiner Laudatio hebt Professor Dr. Reinhold E. Schmidt, Direktor der MHH-Abteilung Klinische Immunologie, hervor: "Die grundlegenden immunologischen Arbeiten von Professor Becker zur Immunantwort gegen das maligne Melanom haben bereits zu klinischen Impfstudien geführt. Somit stellen diese experimentellen Forschungsarbeiten eine wichtige Grundlage immunmodulatorischer Therapieansätze dar und geben Hoffnung für alle, die von dieser Krankheit betroffen sind." Professor Dr. med. Harald Stein Harald Stein wurde 1942 in Kiel geboren. Von 1962 bis 1968 absolvierte er sein Studium der Humanmedizin an den Universitäten in Kiel und in Innsbruck, Österreich. 1970 promovierte er und erlangte die Approbation als Arzt. 1976 habilitierte er sich für Allgemeine und Spezielle Pathologie. Drei Jahre später erfolgte die Anerkennung als Arzt für Pathologie. Nach einem Forschungsaufenthalt am John Radcliff Hospital, University of Oxford, England, ist Professor Stein seit 1984 Abteilungsleiter und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Pathologie am Campus Benjamin Franklin der Charité-Universitätsmedizin, Berlin. 1989 gründete er gemeinsam mit Professor Peter Isaacson, London, die International Lymphoma Study Group. Mit Hilfe der Deutschen Krebshilfe konnte er 1991 ein überregionales Konsultations- und Referenzzentrum für maligne Lymphome und Knochenmarkserkrankungen einrichten. Von 2002 bis 2003 war er Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Pathologie, ist Chairman des Hodgkin-Komitees der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Erarbeitung einer neuen WHO-Lymphom-Klassifikation und seit 2002 der Präsident der European Association of Haematopathology. Professor Stein erhielt den Deutschen Krebspreis im Jahr 1998. Professor Steins Augenmerk gilt der Immunhistochemie, die es ermöglicht, viele Krankheiten auf molekularer Ebene zu definieren und zu diagnostizieren. Sie kombiniert morphologisch-molekulare Technik und ist wegen ihrer hohen Leistungsfähigkeit mittlerweile zu einem Standardinstrument der feingeweblichen (histopathologischen) Diagnostik und Tumorklassifizierung geworden. Darüber hinaus entdeckte Professor Stein zwei Moleküle, die heute weltweit in der immunhistologischen Diagnostik und experimentellen Forschung eingesetzt werden: das Ki-67-Molekül, mit dem sich ruhende und teilende Zellen voneinander unterscheiden lassen, sowie der Zytokinrezeptor CD30, mit dessen Hilfe Professor Stein eine neue Lymphomkrankheit entdeckte: das anaplastische großzellige Lymphom. Bereits 1973 hatte der Wissenschaftler zusammen mit seinem akademischen Lehrer Professor Dr. Karl Lennert durch molekulare Untersuchungen den Grundstein für eine neue Lymphom-Klassifikation gelegt, die 1974 unter dem Namen "Kiel-Klassifikation" in die Medizingeschichte eingegangen ist. 2001 gelang es dann, durch Anwendung verbesserter immunhistochemischer und neuer molekulargenetischer Methoden die verschiedenen Formen des Lymphdrüsenkrebses besser zu definieren und eine neue WHO-Klassifikation der malignen Lymphome zu formulieren - damit war erstmalig eine weltweite Vereinheitlichung der vielen verschiedenen Lymphom-Klassifikationen erreicht worden. Hier hatte die von Professor Stein mitgegründete International Lymphoma Study Group entscheidenden Einfluss. Professor Stein sagt dazu: "Mit der neuen WHO-Klassifikation ist zum ersten Male die Möglichkeit gegeben, Therapieoptimierungsstudien der alten und neuen Welt miteinander direkt zu vergleichen." In seiner Laudatio sagt Professor Dr. Hans Heinrich Kreipe, Direktor der MHH-Abteilung Pathologie: "Professor Stein hat der modernen Diagnostik von malignen Lymphomen durch experimentelle und klinische Studien entscheidende Impulse gegeben. Er ist einer der Pioniere der Immunhistochemie, die mittlerweile zu einem Standardinstrument der Tumorklassifizierung geworden ist. Für die neue WHO-Klassifikation der malignen Lymphome, die erstmalig zu einer weltweiten Vereinheitlichung der Lymphomklassifikation geführt hat, muss Professor Stein als einer der entscheidenden Initiatoren und Wegbereiter angesehen werden." Die Preisträger 2003/2004: Privatdozent Dr. med. Wolf-Karsten Hofmann Wolf-Karsten Hofmann wurde 1967 in Dresden geboren und studierte von 1988 bis 1994 Medizin an der Universität Jena. Nach der Promotion arbeitete er in der Medizinischen Klinik III des Universitätsklinikums Frankfurt/Main und ging 1999 für einen zweijährigen Forschungsaufenthalt an das Cedars Sinai Medical Center (UCLA School of Medicine) in Los Angeles, USA. 2002 erwarb er den Facharzt für Innere Medizin und habilitierte sich mit dem Thema: "Molekular-genetische Untersuchungen bei Patienten mit myelodysplastischem Syndrom unter besonderer Berücksichtigung der Megakaryopoese". Heute ist er Oberarzt der Medizinischen Klinik III in Frankfurt und dort unter anderem für die hämatologische Ambulanz und die Einheit für Stammzell-Transplantation zuständig. Seit Oktober 2001 leitet Dr. Hofmann eine eigene wissenschaftliche Arbeitsgruppe mit den Schwerpunkten Molekulargenetik und Genexpression. Darin untersucht er, wie man bei Patienten mit einer Leukämie das individuelle Krankheitsrisiko besser abschätzen kann. Zurzeit besteht die Diagnostik bei diesen Patienten aus der mikroskopischen Untersuchung, der immunologischen Analyse und der Darstellung der Chromosomen der Blutkrebszellen. Damit ist es allerdings nicht immer möglich, den Subtyp und insbesondere auch das Risiko der Erkrankung zu bestimmen. Seit Ende der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts führen Ärzte schrittweise eine neue Technik in die Diagnostik von Krebserkrankungen ein: Mit dem so genannten DNA-Chip untersuchen sie die Regulation aller menschlichen Gene und erhalten so ein genaues Abbild der Erkrankung. Dieses spezifische Gen-Profil hilft den Ärzten, verschiedene Diagnosegruppen zu unterscheiden. Es kann mit dieser Technik gelingen, schon zu Beginn der Therapie vorherzusagen, ob der Patient auf eine Behandlung gut ansprechen wird oder nicht. Dies wird in Zukunft die individualisierte und damit wirksamere Behandlung von Patienten mit Leukämien ermöglichen. Professor Dr. med. Peter Propping Peter Propping wurde 1942 in Berlin geboren. Von 1962 bis 1968 studierte er Medizin an der Freien Universität Berlin. Nach der Promotion war er als wissenschaftlicher Assistent im Institut für Anthropologie und Humangenetik der Universität Heidelberg tätig. 1976 habilitierte er sich dort für das Fach Humangenetik mit dem Thema: "Pharmakogenetische Untersuchungen über den Einfluss von Alkohol auf das Zentralnervensystem. Eine Studie an normalen Zwillingen". Als Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft arbeitete er von 1980 bis 1983 gleichzeitig am Institut für Humangenetik der Universität Heidelberg und am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim. Ein Jahr später wurde er C4-Professor für Humangenetik und übernahm die Leitung des Instituts für Humangenetik der Universität Bonn. Professor Propping ist Mitglied im Nationalen Ethikrat, im Projektkomitee des Nationalen Genomforschungsnetzes, im Direktorium des Deutschen Referenzzentrums für Ethik in den Biowissenschaften und Vorsitzender des Medizinischen Beirates der Deutschen Krebshilfe. Zudem ist er Sprecher des Graduiertenkollegs "Pathogenese von Krankheiten des Nervensystems", Sachverständiger für Humangenetik beim Institut für Medizinische und Pharmazeutische Prüfungsfragen und war Dekan der Medizinischen Fakultät (1990 bis 1992) sowie Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs (1994 bis 1996) der Universität Bonn. Wenn Professor Propping am 21. Januar 2004 die Johann-Georg-Zimmermann-Medaille verliehen wird, wird Professor Dr. Jörg Schmidtke, Direktor der MHH-Abteilung Humangenetik, die Laudatio halten: "Professor Propping ist ein Pionier bei der Suche nach den genetischen Ursachen psychiatrischer und neurologischer Erkrankungen und von Tumoren. Menschen, in deren Familien Krebs gehäuft auftritt, bot er als erster in Deutschland eine Genuntersuchung an - um das Krebsrisiko abzuschätzen und eine vorbeugende Operation zu ermöglichen. Einer seiner Arbeitsschwerpunkte ist heute die Rolle genetischer Faktoren bei der Entstehung komplexer psychiatrischer Erkrankungen." Die Preisträger 2002/2003: Privatdozentin Dr. med. Heike Allgayer (Ph.D.) Heike Allgayer wurde 1969 in Lindenberg/Allgäu geboren und studierte von 1988 bis 1995 Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Nach der Promotion ging sie für einen zweijährigen Forschungsaufenthalt an die University of Texas-Houston, USA. Parallel zur Arbeit in der dortigen Abteilung für Tumorbiologie erwarb sie in einem Aufbaustudiengang den Titel eines Doctor of Philosophy (Ph.D.) in Molekularbiologie. Im November 2001 habilitierte sie sich für das Fach "Experimentelle Chirurgie", der Titel der Arbeit lautet "Tumorassoziierte Proteolyse und Onkogene bei Magen- und Colonkarzinom: Molekulare Regulation und klinische Relevanz". Die junge Nachwuchswissenschaftlerin kann bereits eine eindrucksvolle Liste an international veröffentlichten Beiträgen zur Krebsforschung aufweisen. Während ihres Studiums in München und während ihres Aufenthaltes in Houston erwarb sie umfassende Kenntnisse auf diesem Gebiet. Seit Juni 1999 hat Dr. Allgayer eine eigene wissenschaftliche Arbeitsgruppe mit den Schwerpunkten Molekularbiologie und Translational Research. Darin untersucht sie, wie Tumore des Magen-Darm-Traktes in andere Gewebe einwachsen und sich durch Tochtergeschwülste ausbreiten. Die Forscherin möchte herausfinden, wie der Vorgang auf Molekülebene reguliert wird - um später geeignete Wirkstoffe zu entwickeln, die die Ausbreitung hemmen können. Neben der Rolle des Erbgutes bei der Krebsentstehung durch so genannte Onkogene beschäftigt sie sich mit dem molekularen Staging von Krebsarten: Dabei hofft sie, Tumore auf Molekülebene so klassifizieren zu können, dass später einmal eine individuelle Therapie für die Patienten möglich wird - Nebenwirkungen der Behandlung ließen sich damit weitgehend vermeiden. Professor Dr. med. Dr. h.c. Christian Herfarth Christian Herfarth wurde 1933 in Breslau geboren. Das Medizinstudium führte ihn 1952 bis 1957 an die Universitäten Tübingen, Wien, Hamburg und Heidelberg. 1966 habilitierte er sich an der Universität Marburg mit dem Thema "Beitrag zur Pathophysiologie der Leber in der Chirurgie". Nach fünf Klinikjahren in Freiburg erhielt er den ersten Lehrstuhl für Chirurgie an der Universität Ulm. 1981 wurde er auf den Lehrstuhl für Chirurgie der Universität Heidelberg berufen, den er gleichzeitig als Direktor der Chirurgischen Klinik bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2001 innehatte. Hier setzte er viele neue Akzente und prägte die Medizinische Fakultät entscheidend mit. Zu seinen Verdiensten zählt unter anderem der Ausbau des Tumorzentrums Heidelberg/Mannheim und der Aufbau eines Transplantations- und zusätzlich eines Referenzzentrums in der chirurgischen Therapie chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen. Er war Mitglied, Sprecher, Vorsitzender und Präsident vieler nationaler und internationaler Forschungseinrichtungen, Fachgesellschaften und wissenschaftlichen Leitungsgremien - darunter Präsident der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (1988), der European Conference on Clinical Oncology (1995 bis 1997), der Deutschen Krebsgesellschaft (1996 bis 1998) und der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (1997/1998). Im Jahr 2000 erhielt Professor Herfarth das Bundesverdienstkreuz erster Klasse der Bundesrepublik Deutschland für seine herausragende wissenschaftliche Lebensleistung. Wenn ihm am 22. Januar 2003 die Johann-Georg-Zimmermann-Medaille verliehen wird, wird Professor Dr. Heinz Becker, Direktor der Klinik für Allgemeinchirurgie der Universität Göttingen, die Laudatio halten: "Professor Herfarth ist der wohl bedeutendste onkologische Chirurg seiner Generation. Er hat der chirurgischen Onkologie im interdisziplinären Konzept der multimodalen Therapie den festen Stellenwert zugeschrieben, ihn definiert und herausragende Leistungen in Forschung, Lehre und Krankenversorgung auf diesem Gebiet erreicht." |




