Green Bond

Im November 2017 emittierte die Deutsche Hypo ihren ersten Grünen Pfandbrief. Diesem erfolgreichen Leuchtturmprojekt ging eine intensive Vorbereitungszeit voraus, in der zahlreiche Prozesse in der Bank an die Green Buildings im Portfolio angepasst worden sind.

Durch ein ökologisch nachhaltig gestaltetes Funding möchte die Deutsche Hypo ihren Investoren das Investieren in nachhaltige finanzielle Mittel ermöglichen. Mit der Emission von Green Bonds wird die Bank als Finanzintermediär dem Ziel unserer Gesellschaft, der Reduktion der Erderwärmung, gerecht.

Bei der Emission von Green Bonds refinanziert sich die Deutsche Hypo durch Anleihen, deren eingeworbene Mittel ausschließlich für die Finanzierung energieeffizienter Gebäude (Green Buildings) genutzt werden. Als Green Bonds emittiert die Bank sowohl ungedeckte Anleihen als auch Pfandbriefe. Die emittierten Pfandbriefe erfüllen alle Anforderungen des Pfandbriefgesetzes. Senior Unsecured Anleihen, welche als Green Bonds emittiert werden, sind gleichrangig mit anderen Anleihen dieser Assetklasse (pari passu); dies können neben Emissionen im Benchmarkformat auch kleinere Volumina (Privatplatzierungen) sein.

"Gut angekommen bei den Investoren"

Vor rund zwei Jahren hat Dirk Schönfeld, Leiter der Abteilung Treasury, das Thema Green Bond in der Deutschen Hypo zum ersten Mal bankintern präsentiert. Schon damals zeichnete es sich für ihn ab, dass dieses Thema für Pfandbriefbanken immer wichtiger werden würde. Das Projekt „Green Bond“ wurde danach von allen beteiligten Bereichen der Deutschen Hypo kontinuierlich vorangetrieben und mit der Emission des ersten Grünen Pfandbriefs im November 2017 erfolgreich abgeschlossen. Zeit für ein Zwischenfazit, Herr Schönfeld!

Hinter Ihnen liegen viele Monate intensiver Vorbereitungszeit. Wo lagen die größten Herausforderungen?

Gleich am Anfang waren wir mit einer sehr großen Herausforderung konfrontiert. Wir wussten aus vielen Gesprächen mit unseren Kollegen aus dem Kreditmarktbereichen, dass wir schon recht viele Finanzierungen auf Green Buildings in den Büchern haben. Die Kunst war es aber, diese zu identifizieren und in den Systemen der Bank zu markieren. Gleichzeitig galt es, den Weg für das Neugeschäft zu bereiten. Hier ging es um die Anpassung der Kreditprozesse von der Akquisition bis zur Auszahlung nebst Refinanzierung. Daher haben wir einen sogenannten Neue Produkte Prozess (NPP) ins Leben gerufen, an dem insgesamt rund 15 Kollegen gearbeitet haben. Hier hatten wir alle eine steile Lernkurve. Besonders positiv ist mir dabei aufgefallen, dass über die Zeit eine große Begeisterung für das Thema entfacht wurde und sich in der gesamten Bank ausgebreitet hat. Die Mitarbeiter der Deutschen Hypo können daher mit Recht stolz auf ihre geleistete Arbeit sein.

 

Das ist sehr viel Aufwand für ein „grünes Markenzeichen“. Was ist Ihrer Meinung nach der Vorteil einer grünen Emission?

Ja, in der Tat war die Vorbereitungszeit mit sehr viel Aufwand verbunden. Es hat sich aber gelohnt. Obwohl wir zunächst keinen Vorteil bei den Refinanzierungskosten erzielen konnten, sehen wir einen echten Mehrwert. Das Thema Nachhaltigkeit in der gewerblichen Immobilienfinanzierung gewinnt immer mehr an Bedeutung. So orientiert sich die Deutsche Hypo stärker in Richtung „Green Loan“. Wir leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Förderung des Nachhaltigkeitsgedankens. Als nachhaltiges Unternehmen möchte die Deutsche Hypo natürlich vor allem in ihrem Kerngeschäft nachhaltig agieren und die ökologische Entwicklung von Städten vorantreiben. Mit dem Grünen Pfandbrief geben wir den Investoren nun die Möglichkeit, bewusst in Nachhaltigkeitsprodukte anzulegen. Langfristig erwarten wir natürlich, dass die hohe Nachfrage nach nachhaltigen Produkten Preisvorteile generiert.

 

Wie haben Sie das Programm aufgebaut?

Wir fokussieren uns auf die Energieeffizienz, was eben der große Beitrag von Immobilien zum Erreichen der Klimaziele ist. Moderne Gebäude weisen in der Regel eine deutlich bessere Energiebilanz als alte auf. Nur solche Immobilien, die unseren Green Bond Mindeststandards entsprechen, kommen für unser Programm in Betracht. Aktuell wird die Energieeffizienz anhand des maximalen Endenergiebedarfs bzw. -verbrauchs in kWh/(m2*a) nach Objektklasse auf der Grundlage von Energieausweisen festgestellt. Alternativ dazu kann auch ein Gebäudezertifikat herangezogen werden. Alle Kriterien werden von uns einmal im Jahr von einer internen „Green Building Commission“ überprüft und festgelegt. Die durch eine Emission eingeworbenen Mittel werden dann ausschließlich für die Finanzierung bzw. die Refinanzierung von energieeffizienten Gebäuden genutzt. Dies können Projektentwicklungen, Bestandsimmobilien oder auch Gebäude nach energieeffizienter Sanierung sein. Nach und nach erwarten wir damit ein zunehmend nachhaltig ausgerichtetes Immobilienportfolio.

 

Welche Kriterien werden darüber hinaus herangezogen?

Obwohl die Energieeffizienz klar im Vordergrund steht, möchten wir unseren Bondinvestoren eine zusätzliche Transparenz über unser Portfolio aufzeigen. Eine Länderverteilung ist dabei nichts Ungewöhnliches. Wir gehen etwas weiter und zeigen auch die Entfernungen zum Öffentlichen Personennahverkehr oder die Bodennutzung vor Bebauung pro Objekt. Außerdem regelt unser Rahmenwerk klare Ausschlusskriterien in Bezug auf kontroverse Geschäftsfelder, wie z. B. die Rüstungsindustrie.

 

Haben Sie nach der Vorankündigung der Emission ein verstärktes Investoreninteresse wahrgenommen?

Auf jeden Fall. Da wir die Deutsche Hypo als nachhaltige Bank neu vorstellen wollten, haben wir eine umfangreiche Roadshow in Deutschland, den Niederlanden, Luxemburg, Frankreich, Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland und Österreich im Vorfeld der Emission durchgeführt. Wir waren mit zwei Zweier-Teams unterwegs und haben in dieser Zeit mehr als 50 Investorengespräche geführt. Dabei wurde von den Investoren besonders positiv wahrgenommen, dass in jedem der beiden Teams Experten sowohl für den Kapitalmarkt aber auch für die Immobilienfinanzierung unterwegs waren. So konnten wir über jede Immobilie in unserem Portfolio und zu jedem Standort Auskunft geben. Es zeigte sich, dass Investoren mit Nachhaltigkeitsschwerpunkt sehr detaillierte Fragen zum Portfolio stellten. So entwickelten sich lebhafte Gespräche. Dass das Thema „Grün“ unsere gesamte Wertschöpfungskette bestimmt, ist bei den Investoren sehr gut angekommen.

 

Wie verlief der Tag der Emission?

Natürlich schwang am Tag der Emission auch ein Hauch von Anspannung mit – das ist bei einer solchen Premiere ganz normal. Innerhalb der Zeichnungsfrist erhielten wir mehr als 50 Orders; damit war die Emission um mehr als das Doppelte überzeichnet. Dabei handelte es sich um zum großen Teil sehr auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Investoren. Die Deutsche Hypo konnte somit ihre Investorenbasis weiter ausbauen – allein dafür lohnte sich das Projekt.

 

Die Emission liegt bereits einige Monate zurück. Wie geht es aktuell weiter?

Unsere neuen Green Bond Reportings wurden zum Stichtag 31. Dezember 2017 veröffentlicht. Dies ist ein Service für unsere Investoren, damit sie zahlreiche interessante Fakten über das Portfolio finden können. So können sie zum Beispiel ablesen, wie viel CO2-Emissionen mit ihrem Investment in den Grünen Pfandbrief der Deutschen Hypo eingespart werden konnten. Bezüglich der Emissionsaktivitäten planen wir derzeit pro Jahr einen Green Bond im Benchmark-Format. Auch kleinere Privatplatzierungen konnten wir bereits absetzen. Und vielleicht können wir auch eines Tages einen großvolumigen Green Bond als ungedeckte Anleihe an den Markt bringen, dann wäre auch hier die gesamte Produktpalette abgedeckt.