Johann-Georg-Zimmermann-Preis

Ein biographisches Stichwort

Johann Georg Zimmermann wurde am 2. Januar 1728 in Brugg an der Aare/Schweiz geboren. Bereits mit 14 Jahren studierte er in Bern Geschichte und Philosophie, wechselte nach fünf Jahren jedoch das Fach und immatrikulierte sich in Göttingen für Medizin. 1751 schloss er seine Ausbildung mit seiner Dissertation ab und erhielt eine Hauslehrerstelle in Göttingen. Danach kehrte er in die Schweiz zurück und war zwei Jahre lang in Bern als Arzt tätig, ehe er 1754 zum Stadtphysikus seiner Heimat Brugg berufen wurde.

 

In seiner ärztlichen Praxis bemühte sich Zimmermann ständig um die Verbesserung der medizinischen Behandlungsmethoden. 1768 wurde Zimmermann Leibarzt des englischen Königs Georg III. an dessen kurfürstlicher Residenz in Hannover und 1776 zum Hofrat ernannt. Johann Georg Zimmermann starb am 7. Oktober 1795 im Alter von 67 Jahren in Hannover.

Statement

Unternehmen, die förderungswürdige Aktivitäten unterstützen und dazu Preise vergeben, wollen mehr erreichen als einen Imagegewinn durch zusätzliche Publizität. Vorwiegend ökonomisch geprägt und handelnd, haben sie nicht nur Verpflichtungen gegenüber Gesellschaftern, Mitarbeitern und Geschäftspartnern, sondern sind sich auch ihrer Aufgaben in einem größeren, gesellschaftlichen Kontext bewusst.

 

Geschichte

1972 richtete die Deutsche Hypothekenbank (Actien-Gesellschaft) anlässlich ihres hundertjährigen Jubiläums den Johann-Georg-Zimmermann-Fonds – ausgestattet mit einem Kapital von 500.000 DM – ein. 1999 wurde der Fonds in einen eingetragenen Verein umgewandelt. Aus den Mitteln des Vereins wurden seitdem jedes Jahr zwei Preise zur Förderung der Krebsforschung vergeben. Seit 2012/2013 erfolgt durch eine jährliche Stiftung der Deutschen Hypothekenbank (Actien-Gesellschaft) die Vergabe des Preises durch die Förderstiftung MHH plus.

Hintergrund

Namensgeber Johann Georg Zimmermann, geboren am 2. Januar 1728 in Brugg an der Aare/Schweiz, war ein bekannter Arzt, Gelehrter und Schriftsteller im Europa des 18. Jahrhunderts. 1768 wurde Zimmermann Leibarzt des englischen Königs Georg III. an dessen kurfürstlicher Residenz in Hannover, beriet aber auch Friedrich den Großen und führte mit zahlreichen anderen europäischen Fürsten direkte oder briefliche Konsultationen. 1776 wurde er zum Hofrat ernannt. Eine von Goethe in „Dichtung und Wahrheit“ als „leidenschaftliche Verbesserungswut“ bezeichnete Grundeinstellung trug Zimmermann zahlreiche literarische und politische Auseinandersetzungen ein. Die bekannteste führte zu einem Beleidigungsprozess gegen den aufklärerischen Adolf von Knigge, der ebenfalls der kurfürstlichen Verwaltung angehörte. Später erregten seine Bücher über Friedrich den Großen, den Zimmermann bis zu dessen Tod im Jahr 1786 betreut hatte, erneut großes Aufsehen. Johann Georg Zimmermann starb im Alter von 67 Jahren am 7. Oktober 1795 in Hannover.

Motivation

Wir sehen als Bank, die quer durch die Wirtschaftsbereiche zur Lösung unternehmerischer Aufgaben beiträgt, wie viele neue Ideen, aber auch Ausdauer nötig sind, bis ein Projekt gelingt. Das gilt besonders für ein Gebiet wie die Krebsforschung, in dem das Wissen von heute schon nach wenigen Jahren überholt sein kann. Daher verstehen wir den Johann-Georg-Zimmermann-Preis als Anerkennung für innovative, erfolgreich abgeschlossene Forschungsvorhaben, die das Wissen über Krebskrankheiten erweitern und zu verbesserten Behandlungsmethoden führen.

Partnerschaft

Der Johann-Georg-Zimmermann-Preis kann seine Ziele nur dank einer engen Kooperation mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) erreichen. Für ihren engagierten Einsatz und wissenschaftlichen Rat danken wir den vielen in die Arbeit des Vereins eingebundenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der MHH, allen voran dem Vorsitzenden des wissenschaftlichen Kuratoriums, dem Präsidenten der MHH, welche die Rahmenbedingungen für die jährliche Preisverleihung in der Medizinischen Hochschule Hannover schaffen. Ebenso gilt unser Dank dem Vorstand der Förderstiftung MHH plus, welche seit 2012/2013 die Vergabe des Preises organisiert und durchführt.

Profil

Jedes Jahr werden medizinische Fakultäten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gebeten, in ihren Augen besonders herausragende und preiswürdige Wissenschaftler in der Krebsforschung zu benennen. Aus diesen Vorschlägen wählt ein wissenschaftliches Kuratorium dann die Preisträger für den Johann-Georg-Zimmermann-Forschungspreis– gerichtet an junge Nachwuchsforscher für ihre aktuelle wissenschaftliche Arbeit – und die Johann-Georg-Zimmermann-Medaille für eine Persönlichkeit – Mediziner oder Nichtmediziner – die sich mit besonderem Engagement um die Bekämpfung von Krebserkrankungen verdient gemacht hat. Der Forschungspreis ist mit 10.000 Euro, die Medaille mit 2.500 Euro dotiert. Seit 1972 wurden Preisgelder in Höhe von fast 840.000 Euro vergeben und damit eine Vielzahl deutscher und internationaler Forscher geehrt. Der Johann-Georg-Zimmermann-Preis gehört damit zu den ältesten und bestdotierten Auszeichnungen Deutschlands für Krebsforscher.

Kuratorium

WISSENSCHAFTLICHES KURATORIUM

Professor Dr. Michael Peter Manns (Vorsitz)

Direktor Abteiling Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie,
Medizinische Hochschule Hannover

Professor Dr. med. Arnold Ganser

Direktor der Abteilung Hämatologie/Onkologie,
Medizinische Hochschule Hannover

Professor Dr. Michael Ghadimi

Direktor der Klinik Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie,
Universitätsmedizin Göttingen

Professor Dr. med. Lutz Trojan

Direktor der Klinik für Urologie,
Universitätsmedizin Göttingen

Professor Dr. med. Peter Hillemanns

Ärztlicher Direktor der Klinik für Frauenheilkunde/Geburtshilfe,
Medizinische Hochschule Hannover

Professor Dr. med. Hans-Heinrich Kreipe

Direktor des Instituts für Pathologie,
Medizinische Hochschule Hannover

Professorin Dr. Brigitte Schlegelberger

Direktorin des Instituts für Zell und Molekularpathologie,
Medizinische Hochschule Hannover

Preisträger