Liebe Leserin, lieber Leser,
die aktuellen Ergebnisse des Deutschen Hypo Immobilienklimas bestätigen aus meiner Sicht das Bild der vergangenen Monate. Der Markt sendet nach wie vor keine eindeutigen Signale. Auf positive Entwicklungen folgen regelmäßig wieder schwächere Werte, sodass die Unregelmäßigkeit der Marktstimmung derzeit fast die einzige Konstante darstellt. Das spricht zwar für eine Stabilisierung nach den Verwerfungen der vergangenen Jahre, noch nicht aber für eine belastbare Trendwende.
Insbesondere das Investmentumfeld bleibt herausfordernd. Das Transaktionsgeschehen liegt weiterhin deutlich unter früheren Marktphasen, und vor allem im Bürosegment bestehen aus Investorensicht vielfach noch Zweifel, ob die Preisfindung bereits vollständig abgeschlossen ist. Viele Marktteilnehmer warten weiterhin auf Renditeniveaus, die im aktuellen Zinsumfeld wieder attraktive risikoadjustierte Erträge ermöglichen.
Wohnimmobilien erweisen sich unverändert als robusteste Assetklasse und profitieren unverändert von strukturellem Nachfrageüberhang. Allerdings wird das Wohnsegment allein nicht ausreichen, um den Gesamtmarkt nachhaltig zu beleben. Gleiches gilt für die Logistik, die zwar von langfristigen Trends profitiert, gleichzeitig aber die Auswirkungen einer schwachen Industriekonjunktur und die Herausforderungen wichtiger Branchen wie der Automobilindustrie nicht vollständig ausblenden kann.
Insgesamt sehe ich den deutschen Immobilienmarkt daher weiterhin in einer Phase der Bodenbildung und noch nicht in einer breiten Aufschwungsphase. Kapital ist vorhanden, wird jedoch weiterhin sehr selektiv investiert. Für eine nachhaltige Marktbelebung werden neben stabileren Finanzierungsbedingungen vor allem höhere Transaktionsvolumina und eine größere Sicherheit bei der Preisfindung erforderlich sein.
Für die gewerbliche Immobilienfinanzierung bedeutet dieses Marktumfeld weiterhin ein anspruchsvolles Spannungsfeld. Die Banken stehen grundsätzlich als Finanzierungspartner zur Verfügung und begleiten auch in diesem Umfeld tragfähige Investitionen und Transaktionen. Gleichzeitig treffen die weiterhin verhaltene Marktliquidität, die Unsicherheit bei der Preisfindung in einzelnen Assetklassen sowie die unverändert hohen regulatorischen Anforderungen auf eine insgesamt abwartende Haltung vieler Marktteilnehmer. Das macht die Strukturierung und Umsetzung von Finanzierungen nicht einfacher. Umso wichtiger bleiben belastbare Cashflows, nachhaltige Objektqualitäten, angemessene Kapitalstrukturen und ein überzeugendes Asset-Management-Konzept.
Ihr
Oliver Boser
Kundenbetreuer Zentralakquisition
Deutsche Hypo – NORD/LB Real Estate Finance
Dämpfer für das Immobilienklima im August
Die positive Entwicklung des Vormonats setzte sich im August nicht fort. In der 224. Monatsbefragung unter einem Panel von rund 1.000 Immobilienexpertinnen und -experten sinkt das Deutsche Hypo Immobilienklima gegenüber dem Juli um 6,0 % auf 81,4 Punkte und liegt damit 11,7 % unter dem Wert des Vorjahresmonats.
Sowohl das Ertrags- als auch das Investmentklima geben im August nach. Das Ertragsklima sinkt um 4,4 % auf 87,1 Punkte, während das Investmentklima mit einem Minus von 7,4 % auf 75,9 Punkte noch deutlicher zurückgeht. Beide Teilindikatoren verbleiben damit im skeptischen Bereich unterhalb der neutralen 100-Punkte-Marke.
Im Vorjahresvergleich liegen beide Teilindikatoren ebenfalls unter ihren Vorjahreswerten. Das Investmentklima notiert 14,2 % und das Ertragsklima 9,3 % unter dem Niveau des Vorjahresmonats.
Alle Segmente geben nach
Im August verzeichnen alle Teilsegmente Rückgänge gegenüber dem Vormonat. Das Handelklima weist mit einem Minus von 15,7 % auf 65,2 Punkte den stärksten Verlust auf. Es folgen das Logistikklima mit einem Minus von 6,9 % auf 95,7 Punkte und das Büroklima mit einem Rückgang von 3,1 % auf 66,1 Punkte. Das Hotelklima fällt um 2,9 % auf 95,6 Punkte. Das Wohnklima zeigt sich mit einem Minus von lediglich 1,0 % auf 130,4 Punkte weiterhin robust.
Zahlen des Monats
- 81,4 Punkte: Immobilienklima gibt nach
- −15,7 %: Handelklima mit deutlichen Verlusten
- −1,0 %: Wohnklima bleibt robust
- 75,9 Punkte: Investmentklima auf skeptischem Niveau
Den detaillierten Bericht zum Deutsche Hypo Immobilienklima finden Sie hier: Deutsche Hypo-Immobilienklima