Aktuelles/Immobilienfinanzierung

Immobilienklima setzt Abwärtstrend im Mai fort

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Immobilienklima trübt sich im Mai weiter ein und bestätigt den seit Monaten anhaltenden Abwärtstrend. Sämtliche Segmente entwickeln sich rückläufig. Die Schwäche ist breit angelegt, ein klarer Impuls für eine Stabilisierung bleibt bislang aus.

Investitionen sind grundsätzlich weiterhin möglich, kommen jedoch nur vereinzelt zustande. Der Markt agiert hoch selektiv und abwartend: Kapital steht nicht unter Anlagedruck, Käufer und Verkäufer finden häufig keine gemeinsame Bewertungsbasis, und jede Transaktion muss überzeugen. Transaktionen entstehen dort, wo Bewertung, Struktur und Risiko überzeugend zusammenpassen In der Folge verlängern sich die Prozesse deutlich – von der Initialprüfung über Preisverhandlungen bis hin zum Abschluss. Der Markt funktioniert, aber er skaliert nicht.

Auch das gesamtwirtschaftliche Umfeld liefert kaum unterstützende Signale. Die schwache Konjunktur verstärkt die Zurückhaltung, während geopolitische Unsicherheiten im ständigen „stop and go“ belastend wirken. Eine zyklische Erholung ist bislang nicht erkennbar; vielmehr befindet sich der Markt weiterhin in einer zähen Übergangsphase.

Gleichzeitig zeigt sich eine qualitative Verschiebung: Die wenigen Transaktionen, die realisiert werden, sind gut vorbereitet, intensiv geprüft und von hoher Substanz. Managementqualität rückt stärker in den Fokus, Entscheidungen werden sorgfältig abgewogen und Risiken bewusst bewertet. Disziplin ersetzt Dynamik. Auch wenn es aktuell an Tempo fehlt, spricht diese Entwicklung für einen Markt, der Professionalität und Qualität zunehmend über Geschwindigkeit stellt.

Ihr

Peter Kleinhütten

Deutsche Hypo – NORD/LB Real Estate Finance

 

Immobilienklima setzt Abwärtstrend im Mai fort

Der Rückgang des Immobilienklimas setzt sich im Mai 2026 fort. In der 221. Monatsbefragung von rund 1.000 Immobilienexpertinnen und ‑experten sinkt das Deutsche Hypo Immobilienklima gegenüber dem April um 4,7 % auf 83,8 Punkte und liegt damit 13,6 % unter dem Vorjahreswert.

Sowohl das Ertragsklima als auch das Investmentklima geben weiter nach. Das Ertragsklima fällt um 4,9 % auf 90,6 Punkte, während das Investmentklima um 4,2 % auf 77,2 Punkte zurückgeht.

Im Jahresvergleich zeigt sich der Rückgang besonders deutlich im Investmentklima, das gegenüber dem Vorjahresmonat um 17,2 % sinkt. Das Ertragsklima verzeichnet im gleichen Zeitraum einen Rückgang von 10,2 %.

 

Rückgänge in allen Segmenten

Im Mai verzeichnen alle Teilsegmente Rückgänge, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Das Büroklima zeigt sich mit einem leichten Minus von 0,7 % auf 68,8 Punkte vergleichsweise stabil. Deutlicher fällt die Verschlechterung in den übrigen Segmenten aus: Das Handelsklima sinkt um 4,2 % auf 76,1 Punkte, das Wohnklima um 4,7 % auf 128,2 Punkte. Die stärksten Rückgänge verzeichnen das Hotelklima mit ‑8,7 % auf 88,6 Punkte sowie das Logistikklima, das um 11,9 % auf 91,3 Punkte nachgibt

 

Zahlen des Monats

  • 83,8 Punkte: Immobilienklima weiter rückläufig
  • – 0,7 %: Büroklima vergleichsweise stabil
  • – 11,9 %: deutlicher Rückgang im Logistikklima
  • 77,2 Punkte: Investmentklima auf Zweijahrestief

 

Eine ausführliche Darstellung des Immobilienklimas finden Sie hier: Deutsche Hypo-Immobilienklima