Wie entwickelt sich der UK-Markt für Gewerbeimmobilien? Ein Marktkommentar von Claudia Nacke, Head Deutsche Hypo – NORD/LB Real Estate Finance UK.

Nachdem 2025 ein Jahr der Stabilisierung war, starten Investoren mit verhaltener Zuversicht in das Jahr 2026. Der Markt wirkt gefestigter – aber auch stärker polarisiert. In den Bereichen Büro, Logistik, Retail Parks und Einzelhandel mit Lebensmittelanker performen erstklassige Assets in Toplagen überdurchschnittlich. Ältere oder sekundäre Objekte (insbesondere regionale Büros) kämpfen weiterhin mit Vermietungsrisiken, Capex‑Anforderungen und ESG‑Herausforderungen – und die Schere geht weiter auseinander.
Büros & Retail (Prime):
Das Angebot bleibt knapp. Begrenzte Neubautätigkeit und lange Entwicklungsphasen erhöhen den Wettbewerb um hochwertige Büroflächen, während gut gelegene Retail Parks und Einzelhandel mit Lebensmittelanker dank stabiler Footfalls und Convenience weiterhin überzeugen.
Wohnsegmente:
Die Stimmung im Build‑to‑Rent‑Sektor ist konstruktiv, mit hoher Investorennachfrage. Die Umsetzung wird jedoch durch hohe Baukosten, lange Genehmigungsprozesse und Renditeanforderungen gebremst. Die Mieternachfrage bleibt robust; das Mietwachstum stabilisiert sich. Im PBSA‑Segment bleibt der defensive, einkommensorientierte Investmentcase noch intakt, allerdings nehmen die Gegenwinde spürbar zu und regionale Unterschiede – je nach Stadt und Hochschulniveau – verstärken sich.
Logistik & Last‑Mile:
Nutzer bevorzugen zunehmend moderne, hochwertige Einheiten, um operative Effizienz und ESG‑Anforderungen zu erfüllen, was eine klare Trennlinie zwischen „neu“ und „alt“ zieht. Die Leerstandsquoten stabilisieren sich, die Nachfrage ist breit und in ausgewählten Teilmärkten gibt es weiterhin starke Mietzuwächse.
Makro‑Perspektive:
Die Inflationsrate hat sich verbessert und damit auch die grundsätzliche Stimmung – aber das Ziel von 2% ist noch nicht erreicht. Inflation und Zinsanpassungen stehen in enger Verbindung und viele erwarten Zinssenkungen bis Mitte 2026. Ich teile die Ansicht in Sachen Richtung, bin aber vorsichtig beim Tempo. Energiepreise, Basiseffekte, Warenpreise, Lohnentwicklung und politische Entscheidungen – national wie international – bestimmen, wie schnell wir vorankommen. Wird die 2‑%‑Inflationsmarke der Bank of England bis zur Jahresmitte erreicht? The jury is still out.
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