Liebe Leserin, lieber Leser,
das aktuelle Deutsche Hypo Immobilienklima deckt sich weitgehend mit meinen Eindrücken aus dem Markt und den Gesprächen auf der Expo Real. Die Zurückhaltung bei neuen Engagements ist weiterhin deutlich spürbar. Zwar hat sich der Investmentmarkt im bisherigen Jahresverlauf stabilisiert, die Marktaktivität bleibt jedoch selektiv. Entscheidungsprozesse dauern länger und unterschiedliche Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern erschweren weiterhin Transaktionen.
Besonders die Schwäche des Investmentklimas spiegelt aus meiner Sicht diese Marktsituation wider. Während Family Offices weiterhin selektiv als Käufer auftreten, agieren viele institutionelle Investoren bei größeren Neuinvestitionen noch zurückhaltend. Hier wirken die Wertkorrekturen der vergangenen Jahre weiterhin nach.
Grundsätzlich ist Kapital vorhanden, wird derzeit aber sehr gezielt eingesetzt. Entscheidend sind eine marktgerechte Preisfindung sowie ein überzeugendes Chancen-Risiko-Profil der jeweiligen Immobilie. Auch aktuelle Marktbeobachtungen zeigen, dass Kapital verfügbar ist, aber nur bei aus Investorensicht passenden Preisen allokiert wird.
Für eine nachhaltige Belebung des Marktes wird entscheidend sein, dass neben privatem Kapital auch internationales Investorenkapital verstärkt nach Deutschland zurückkehrt. Die Voraussetzungen für mehr Aktivität sind grundsätzlich vorhanden. In einer höheren Transaktionsdynamik schlägt sich das bislang allerdings noch nicht ausreichend nieder.
Ihr
Florian Meyer
Leiter Geschäftsstelle Hamburg
Deutsche Hypo – NORD/LB Real Estate Finance
Zurückhaltung prägt das Immobilienklima im Oktober
Das Immobilienklima hat im Oktober 2026 erneut nachgegeben. Im Rahmen der 226. Monatsbefragung unter rund 1.000 Immobilienexpertinnen und -experten sinkt das Deutsche Hypo Immobilienklima gegenüber September um 2,9 % auf 78,2 Punkte. Damit liegt es 18,0 % unter dem Wert des Vorjahresmonats.
Ertrags- und Investmentklima entwickeln sich im Oktober gegenläufig: Während das Ertragsklima um 3,8 % auf 89,9 Punkte steigt, geht das Investmentklima um 10,3 % auf 66,9 Punkte zurück.
Überwiegend rückläufige Entwicklung in den Segmenten
In den einzelnen Segmenten überwiegen im Oktober die Rückgänge. Lediglich das Logistikklima legt gegenüber dem Vormonat zu. Büro-, Handels-, Wohn- und Hotelklima geben dagegen nach.
Das Logistikklima steigt als einziges Segment um 3,0 % auf 101,5 Punkte. Den stärksten Rückgang verzeichnet das Büroklima mit einem Minus von 5,0 % auf 61,3 Punkte. Das Wohnklima sinkt um 4,9 % auf 119,4 Punkte, bleibt damit aber das stärkste Segment. Das Handelsklima gibt um 2,2 % auf 66,3 Punkte nach, das Hotelklima um 1,0 % auf 89,5 Punkte.
Zahlen des Monats
- 78,2 Punkte: Immobilienklima gibt erneut nach
- +3,0 %: Logistikklima wächst auf 101,5 Punkte
- -5,0 %: Büroklima mit deutlichstem Rückgang
- 89,9 Punkte: Ertragsklima steigt um 3,8 %
Den detaillierten Bericht zum Deutsche Hypo Immobilienklima finden Sie hier: Deutsche Hypo-Immobilienklima