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Spotlight: Studentisches Wohnen in Frankreich

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Studentisches Wohnen in Frankreich: Warum der PBSA-Markt an Bedeutung gewinnt

Von Anne-Isabelle-Carbonniéres, Leiterin Geschäftsstelle Paris

 

Frankreich zählt zu den bedeutendsten Hochschulstandorten Europas. Gleichzeitig bleibt studentischer Wohnraum in vielen Hochschulstädten knapp. Diese Entwicklung trägt dazu bei, dass Purpose-Built Student Accommodation (PBSA) zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Was ist PBSA?

Purpose-Built Student Accommodation (PBSA) bezeichnet Wohnangebote, die speziell für Studierende entwickelt werden. In Frankreich wird der Markt sowohl von gemeinnützigen als auch von privaten Anbietern geprägt.

Nachfrage wächst schneller als das Angebot

Ein wesentlicher Treiber des Marktes ist die hohe Zahl der Studierenden. Nach aktuellen Marktanalysen studieren in Frankreich mehr als drei Millionen Menschen, darunter eine große Zahl internationaler Studierender. Gleichzeitig weist der Markt ein deutliches Angebotsdefizit auf. Marktstudien kommen zu dem Ergebnis, dass das bestehende Angebot an studentischem Wohnraum vielerorts nicht ausreicht, um die Nachfrage zu decken. Dies gilt insbesondere für große Hochschul- und Ballungsräume. Auch die aktuelle Entwicklung neuer Wohnangebote wird das bestehende Defizit nach Einschätzung verschiedener Marktbeobachter kurzfristig nicht vollständig beseitigen.

Warum der französische PBSA-Markt an Bedeutung gewinnt

Steigende Studierendenzahlen, eine zunehmende internationale Mobilität und ein begrenztes Angebot an studentischem Wohnraum sorgen dafür, dass studentisches Wohnen in vielen europäischen Ländern an Bedeutung gewinnt. Frankreich profitiert dabei von mehreren Standortvorteilen, die diese Entwicklung zusätzlich unterstützen. Dazu zählen die internationale Reputation vieler Hochschulen, vergleichsweise moderate Studiengebühren, ein wachsendes Angebot englischsprachiger Studiengänge sowie die zentrale Lage innerhalb Europas.

Die Entwicklung des Marktes verdeutlicht zugleich, wie eng gesellschaftliche Veränderungen und Immobilienmärkte miteinander verbunden sind. Bildung, Mobilität und Internationalisierung prägen die Nachfrage nach studentischem Wohnraum langfristig. Attraktive Hochschulstandorte ziehen zusätzliche Studierende an und erzeugen damit einen wachsenden Bedarf an Wohnraum, der vielerorts nicht vollständig gedeckt werden kann. Damit zeigt sich beispielhaft, wie Entwicklungen außerhalb des Immobilienmarktes die Nachfrage nach bestimmten Nutzungsarten beeinflussen können. Der PBSA-Markt wird nicht allein durch Wohnungsmarktentwicklungen geprägt, sondern auch durch Veränderungen im Bildungsbereich und die zunehmende internationale Mobilität von Studierenden.

Paris im Fokus des PBSA-Marktes

Innerhalb Frankreichs kommt Paris eine zentrale Rolle zu. Die Hauptstadt zählt zu den wichtigsten Hochschulstandorten Europas und wird in aktuellen Marktstudien regelmäßig als einer der attraktivsten PBSA-Standorte Europas genannt. Ein wesentlicher Grund dafür ist die anhaltend hohe Nachfrage nach studentischem Wohnraum. Analysen für den Großraum Paris zeigen, dass das Angebot den Bedarf vielerorts nicht decken kann. Trotz zahlreicher geplanter und bereits im Bau befindlicher Projekte bleibt die Versorgung mit studentischem Wohnraum angespannt.

Die Entwicklung in Paris steht dabei beispielhaft für eine Herausforderung, die auch andere französische Hochschulstandorte betrifft. Attraktive Universitäten, steigende Studierendenzahlen und eine zunehmende internationale Mobilität führen vielerorts zu einer hohen Nachfrage nach Wohnraum. Die anhaltende Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage zählt damit weiterhin zu den prägenden Merkmalen des französischen PBSA-Marktes.

Ausblick

Nach meiner Einschätzung sprechen die aktuellen Marktindikatoren dafür, dass studentisches Wohnen auch künftig ein relevantes Thema auf dem französischen Immobilienmarkt bleiben wird. Die anhaltende Nachfrage nach Wohnraum und die begrenzten Kapazitäten in vielen Hochschulstädten zeigen, dass die Bereitstellung ausreichender Wohnangebote auch in den kommenden Jahren eine zentrale Herausforderung bleiben wird.

Gleichzeitig macht die Entwicklung deutlich, dass Hochschulstandorte und Wohnungsmärkte nicht getrennt voneinander betrachtet werden können. Die Attraktivität eines Studienstandorts hängt nicht nur von Hochschulen und Studienangeboten ab, sondern auch davon, ob ausreichend Wohnraum für Studierende zur Verfügung steht.

Dieser Beitrag ist Teil unserer Spotlight-Reihe und beleuchtet Perspektiven aus den Teams und Märkten der Deutsche Hypo – NORD/LB Real Estate Finance.