Liebe Leserin, lieber Leser,
der Immobilienmarkt bleibt im Wartemodus. Die jüngste Eintrübung des Immobilienklimas überrascht daher wenig und entspricht der aktuellen Marktlage. Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd – ohne eine deutliche konjunkturelle Aufhellung sind kurzfristig keine positiven Impulse für den Immobilienmarkt zu erwarten.
Die Wachstumsperspektiven haben sich zuletzt weiter abgeschwächt. Eine schnelle Lösung im Nahostkonflikt ist derzeit nicht absehbar, was für anhaltenden Aufwärtsdruck auf die Energiepreise sorgt. Insbesondere steigende Öl- und Gaspreise wirken entlang der gesamten Wertschöpfungskette inflationsverstärkend und erhöhen die Risiken eines weiteren Inflationsanstiegs. Mit Blick auf die EZB-Sitzung am 11. Juni ist es sehr wahrscheinlich, dass sich dieser Trend in einer weiterhin restriktiven geldpolitischen Ausrichtung niederschlägt.
Gleichzeitig bleiben strukturelle Verbesserungen – etwa in Form von Bürokratieabbau oder wirtschaftspolitischen Impulsen –bislang am Markt kaum erkennbar.
Insgesamt führt dieses Umfeld über nahezu alle Assetklassen hinweg zu einem abwartenden Marktverhalten. Unternehmen sowie private Akteure stellen Investitionsentscheidungen zunehmend zurück – insbesondere im Neubausegment zeigt sich eine deutlich geringere Dynamik.
Transaktionen finden überwiegend selektiv statt, während ein breiter Aufschwung ausbleibt. Dieses Umfeld spricht dafür, dass sich die Entwicklung zunächst auf niedrigem Niveau stabilisiert, ohne dass kurzfristig eine dynamische Erholung zu erwarten ist.
Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass der Immobilienmarkt auch in vergleichbaren Phasen wieder Stabilität gewonnen hat. Vor diesem Hintergrund bin ich überzeugt, dass sich mittel- bis langfristig auch diesmal ein neuer Wachstumspfad herausbilden wird – wenngleich der Weg dorthin Zeit erfordert.
Ihr
Ingo Albert
Leiter Geschäftsstelle Frankfurt
Deutsche Hypo – NORD/LB Real Estate Finance
Immobilienklima trübt sich im Juni weiter ein
Der Rückgang des Immobilienklimas setzt sich im Juni 2026 fort. In der 222. Monatsbefragung von rund 1.000 Immobilienexpertinnen und -experten sinkt das Deutsche Hypo Immobilienklima gegenüber dem Mai um 5,3 % auf 79,4 Punkte und liegt damit 19,3 % unter dem Vorjahreswert.
Sowohl das Ertrags- als auch das Investmentklima geben weiter nach. Das Ertragsklima fällt um 6,7 % auf 84,5 Punkte, während das Investmentklima um 3,6 % auf 74,4 Punkte zurückgeht. Im Jahresvergleich zeigt sich der Rückgang besonders deutlich beim Investmentklima, das gegenüber dem Vorjahresmonat um 23,1 % nachgibt. Das Ertragsklima verzeichnet im gleichen Zeitraum ein Minus von 15,4 %.
Anhaltende Rückgänge in nahezu allen Segmenten
Im Juni verzeichnen nahezu alle Teilsegmente Rückgänge, mit Ausnahme des Hotelklimas. Den stärksten Rückgang weist das Büroklima auf, das um 9,0 % auf 62,6 Punkte fällt. Auch das Handelsklima gibt nach und sinkt um 6,6 % auf 71,1 Punkte. Das Wohnklima verliert 4,8 % und liegt nun bei 122,1 Punkten. Das Logistikklima bleibt vergleichsweise stabil und gibt lediglich um 0,9 % auf 90,5 Punkte nach.
Das Hotelklima entwickelt sich hingegen positiv: Es steigt um 3,2 % auf 91,4 Punkte und liegt damit erstmals seit Jahresbeginn wieder über dem Logistikklima.
Zahlen des Monats
- 79,4 Punkte: Immobilienklima sinkt weiter
- – 9,0 %: Büroklima mit stärkstem Rückgang
- + 3,2 %: Hotelklima als einziger Zuwachs
- 74,4 Punkte: Investmentklima bleibt verhalten
Eine ausführliche Darstellung des Immobilienklimas finden Sie hier: Deutsche Hypo-Immobilienklima